Auch in diesem Jahr zeigen außergewöhnliche Talente der Stuttgarter Tanz- und Performanceszene ihre Arbeiten als Auftakt zum Internationalen Solo-Tanz-Theater Festival. Das Programm bewegt sich dabei an der Schnittstelle verschiedener Ausprägungen der Tanz- und Bewegungskunst und bildet die Qualität und Kreativität der lokalen Szene ab. Die Stücke des SOLO CHOREO laufen außer Konkurrenz zum internationalen Festivalwettbewerb und werden nicht prämiert.
Programm
Who hurt you?
Choreografie & Performance: Jonas Florian
Das Stück beschäftigt sich mit dem Prozess des Verzeihens – gegenüber anderen, aber vor allem gegenüber sich selbst. Es geht um die innere Zerrissenheit zwischen Trauer, Wut, Scham und dem Wunsch, Schuldgefühle loslassen zu können. Das Solo zeichnet die emotionale Reise einer Person nach, die lernt, ihre eigenen Fehler anzunehmen und sich davon zu befreien. Dabei ist Verzeihen kein einmaliger Akt, sondern ein Prozess – ein Tanz mit sich selbst. Nur wer sich selbst verzeiht, kann wirklich frei werden. Ein Zeichen aus Liebe, Hoffnung und Mut.
Something makes her walk
Choreografie: Sawako Nunotani
Performance: Daura Hernández García
Wir wissen, wie man geht.
Ist das wirklich so?
Sie hinterfragt den Vorgang des Gehens.
Sie fragt sich: Gehe ich so, wie ich es möchte, oder gehe ich auf eine Umgebung zu, die ich bereits kenne?
Dieses kurze Stück konzentriert sich auf den Prozess, durch den unser innerer Wille und unsere Entscheidungen zu Handlungen führen.
The day I journaled about that Cataclysmic event
Choreografie & Performance: Stella Covi
Sneakers, Cap, urbanes Outfit. Zero. Stimme und Körper sind auf der Bühne gleichwertig präsent und verschmelzen Rhythmus, Klang und Bewegung zu einem einzigen Ausdrucksfeld. Dieses Solo erforscht eine Rückkehr zu roher, ungefilterter Körperlichkeit, wobei die Stimme ihre offenste und verletzlichste Erweiterung darstellt. Es folgt Zero, einer Figur an einem entscheidenden Wendepunkt, die sich durch fragmentierte Erinnerungen und futuristische Visionen in einem schwebenden, imaginierten Raum bewegt. Neugierig, mutig und ohne Angst vor Unvollkommenheit balanciert Zero zwischen Verletzlichkeit und Spiel. Eine Einladung, einen liminalen Raum zu betreten, in dem jede Geste zu einem Akt des Erinnerns wird.
Walking away from an explosion in slow motion
Choreografie: Zina Vaessen, Selina Koch
Performance: Selina Koch
Das Solo untersucht die Nachwirkungen plötzlicher Erschütterungen auf den Körper. In reduzierten, intensiven Bildern macht die Tänzerin Selina Koch ihre spontanen wie auch verspäteten Reaktionen sichtbar und sucht nach Verwandlungsmöglichkeiten von Angst: Ist es möglich den schmalen Grat zu finden, wo Angst nicht zu Lähmung führt, sondern in die Metamorphose? Die Bühne wird zu einem Labor für einen kreativen Umgang mit Destruktivität.
UPLOAD
Choreografie: Ioannis Edgar Avetikyan
Performance: Gilda De Vecchis
UPLOAD ist ein Tanzsolo, das die vielen Dimensionen des Wartens erforscht. Es reicht von alltäglichen Pausen an einer Bushaltestelle, beim Warten auf eine Nachricht oder eine Antwort auf eine Bewerbung bis hin zu tieferen Formen des Wartens, wie zum Beispiel darauf, dass sich die Welt verändert, dass Frieden einkehrt, dass Krisen enden, dass die Erde heilt oder dass eine Mutter endlich „Ich liebe dich“ sagt. Ein großer Schal, inspiriert von „Der kleine Prinz“, zieht sich als Symbol der Hoffnung und der unsichtbaren Fäden, die unsere Wünsche mit der Zukunft verbinden, durch den Tanz.
back2before
Choreografie & Performance: Martina Gunkel
Musik & künstlerisches Konzept: Janic Carmona alias Baldman C.
Ich möchte spüren. Loslassen.
Davon getragen werden.
Der Beat, unser Fleisch,
mein schlagendes Herz.
Verbunden.
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